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Die Entwicklung der Informationstechnik

1961

Einführung der Lochkartentechnik mit 4 Mitarbeitern

1965

Es sind 43 Mitarbeiter in der Abt. Betriebsorganisation und Rechenzentrum tätig.

1967

Ein R100 wird installiert. Als erstes soll das Projekt Lohnrechnung eingeführt werden.
Gründung der Hauptabteilung Organisation und Rechenzentrum (LO)
Die Lohnrechnung für 4000 Produktionsarbeiter wurde in 12 Stunden bewältigt.

1968

Das neue Rechenzentrum auf dem Gelände der Reparaturwerft wird am 07.10. eingeweiht. Neben den beiden Rechnerräumen werden auch neue Sozialräume und für die Programmier- und Organisationsabteilungen ein Großraumbüro in Betrieb genommen.

1969

Mittlerweile werden Produktionsplanung und Kontrolle, Lohnabrechnung sowie Materialbewertung, -abrechnung und Berichterstattung per EDV durchgeführt. Der Einsatz eines Robotron-Großrechners R300 wird vorbereitet. Neben Abrechnungsaufgaben soll die EDVA vorwiegend den vorbereitenden Abteilungen wie Forschung, Konstruktion und Technologie zur Verfügung stehen. Außerdem soll ein Projekt „Materialplanung“ bearbeitet werden. Auf dem R100-Rechner, dem Vorgänger des R300, soll zukünftig der überwiegende Teil der Abrechnungen laufen.

1975

Durch Umbenennung der Hauptabteilung Sozialistische Wirtschaftsführung (LL) entsteht die HA Organisation und Datenverarbeitung (LO). Die Vorbereitungen für den Einsatz eines ESER-Rechners sind im Gange.

1978

In der HA Organisation und Datenverarbeitung wurde mit Einführung der Mikrofilmtechnik begonnen.

1979

Inbetriebnahme des ESER-Rechners EC 1022

1982

Der erste „Bürocomputer“ A5120 wird in der Abteilung Rationalisierungsmittelbau in Betrieb genommen. Weitere Geräte werden in der Konstruktion und im Rechenzentrum installiert. Die Anwendungen werden vorwiegend selbst programmiert und betreffen hauptsächlich Nebenprozesse.

1984

Inbetriebnahme des ESER-Rechners EC 1056M

1985

Es kommen PC1715 zum Einsatz. Als Betriebssystem ist das CP/M-kompatible SCP verbreitet. Die Anwendungen werden überwiegend in Fortran oder Pascal geschrieben. Installation des robotron-Mikrorechnersystems KBR K1630 im Rechenzentrum.

1986

Inbetriebnahme eines Bildschirm-Dialogsystems (TSO). Dadurch konnten Berechnungsaufgaben auf dem ESER vom Forschungs-und Organisationszentrums (Hochhaus) aus durchgeführt werden.

1988

In der Konstruktion werden zwei VAX11/750 der Fa. DEC installiert. Sie sind vorgesehen für das spanische CAD-System FORAN und werden über grafische Terminals von Tektronix und alphanumerische Terminals VT220 bedient.

Als Betriebssystem kommt VMS zum Einsatz, womit erstmals ein Cluster eingerichtet werden kann, bei dem sich zwei Rechner die Funktion teilen und gegenseitig ersetzen können. Dieses Redundanz-Konzept wird bei den meisten späteren Installationen und bei der Konzeption der Serverräume weiter verfolgt.

Zum Betrieb des Systems wird die Abteilung ER des Direktorates E auf drei Gruppen erweitert.

Außerdem wird ein Robotron K1840, ein Nachbau des DEC-Systemes VAX11/780 installiert. Häufige Ausfälle erschweren die Aufnahme eines regelmäßigen Projekt- bzw. Routinebetriebes.

1990

Es werden die IBM/AS400-Systeme B35 und D50 für die Lohn- u. Gehaltsabrechnung mit PAISY und das Kostenrechnungssystem ORAG installiert. Außerdem wird ein VAX6000-System installiert, das ursprünglich für die Neptun-Werft bestellt worden war, die mittlerweile nicht mehr existierte.

Die Firmen DEC und Oracle legalisieren die im Einsatz befindlichen Robotron-Kopien ihrer Systeme

1992

Auf Grund der hohen Personalreduzierungen werden die IT-Abteilungen der Direktorate D und E zusammengelegt und im Hochhaus angesiedelt. Im Erdgeschoss wird ein neues Rechenzentrum mit 2 Serverräumen gebaut. Die Vernetzung der Etagen erfolgt mit sogenanntem Yellow Cable, innerhalb der Etagen wird Thinwire-Kabel verlegt. Damit können die PCs mit 10 Mb/s versorgt werden.

1993

Mit der Übernahme durch den Bremer Vulkan erfolgt die Ablösung des FORAN-Systems und die Einführung des schwedischen CAD-System STEERBEAR der Fa. KCS. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, das System auf VAX-Workstations zu betreiben. Es blieb mit seinen Nachfolge-Produkten TRIBON und AVEVA das hauptsächliche CAD-System der Werft bis 2021.

1.Hälfte 
1990iger

Es kommen weitere VAX-Systeme zum Einsatz, z.B. eine VAX4000 und eine microVAX3100, um das Knowhow in der dBase-Programmierung zu nutzen und ein große Anzahl Eigenprogramme für Material-, Personal- und Finanzabteilungen zu entwickeln. Diese werden später über viele Jahre auf Oracle-Datenbank-Basis portiert.

Außerdem gibt es eine erste Installation eines Alpha-AXP-basierenden Servers mit OSF/1 (später Digital UNIX genannt) als Oracle-Datenbankserver.

Im Bereich Arbeitsplatz-Computer erfolgt die vollständige Orientierung auf PC mit Windows-Betriebssystem, zunächst in Version 3.1. Bis 1995 waren ca. 500 PC installiert. 

2.Hälfte

1990iger

Die VAX-Server und Workstations werden schrittweise durch Alpha-AXP-basierende Server und Workstation ersetzt und erweitert, die Anzahl der Workstation erreicht einen Wert von über 70. Um die Leistungsfähigkeit besser zu nutzen, werden diese teilweise über zusätzliche X-Terminals durch jeweils 2 Konstrukteure genutzt.

Es gibt erste Bestrebungen, die Datenbank-Eigenentwicklungen durch ein kommerzielles ERP-System zu ersetzen, wobei durch Eigentümerwechsel auch unterschiedliche Systeme getestet wurden. Die Eigenentwicklungen wurden aber durch ihre hohe Anpassung an betriebliche Gegebenheiten noch über viele Jahre bevorzugt.

Durch die Übernahme von DEC durch Compaq und deren spätere Übernahme durch Hewlett-Packard wird HP zum Hauptlieferanten von Hardware.

1998

Der zunehmende allgemeine Trend zum Outsourcing, der auch von der Werft-Geschäftsführung verfolgt wird, führt dazu, das die Mitarbeiter des Teams Hardware und Betriebssysteme ein eigenes Outsourcing-Konzept entwickeln. Zeitweise sah dieses Konzept vor, die Abteilung als Niederlassung der Fa. DEC weiterzuführen. Das Outsourcing wird durch die Übernahme der Werft durch die A.P.Möller-Maersk-Gruppe gestoppt.

Anfang 1998 wird die IT-Abteilung mitsamt aller Serverräume in das neue Gebäude auf der Seeseite der Schiffbauhalle umgesiedelt. Dort sind zwei neue Serverräume mit allen Einrichtungen zur Ausfallsicherheit eingerichtet worden. Ein dritter Serverraum entsteht in einem anderen Teil des Gebäudes als Standort für die Backup-Technik.

Die Vernetzung zwischen den Gebäuden basiert mittlerweile auf Glasfaserkabeln, die meisten Arbeitsplätze sind per Twisted-Pair-Verkabelung mit 100 Mb/s versorgt.

2000

Das „Y2K-Problem“, das weltweit alle IT-Fachleute beschäftigte, führt auf der Werft dazu, das trotz aller vorbereitenden Maßnahmen am 31.12.1999 alle IT-System heruntergefahren und am 01.01.2000 schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Es treten keine Probleme auf.

1.Hälfte
2000er

Während der Zugehörigkeit zur A.P.Möller-Maersk-Gruppe kommt es zur Vernetzung der einzelnen Werftstandorte und zur Einführung von Active Directory (AD) als zentrales Verwaltungswerkzeug von Windows-Servern und -PC.

Es werden erste Speichersysteme eingesetzt, die Datenspeicherung und Anwendungsfunktion der Server voneinander trennen und damit flexibler macht.

2007

Die erste Server-Virtualiserung wird eingeführt. Aus Kostengründen fällt die Entscheidung auf das Newcomer-Produkt VIRTUAL IRON. Dieses wird einige Jahre später von Oracle aufgekauft und vom Markt genommen, sodass doch ein langsamer Umstieg auf den Marktführer VMware erfolgen muss.

2008

Die Übernahme der Werft durch die Hegemann-Gruppe macht die Loslösung aus dem Netzwerk der OSS-Gruppe und die Integration mit dem Netzwerk der Peene-Werft erforderlich. Dieser Prozess dauert mehrere Monate und wird durch eine externe Firma unterstützt. 

1.Hälfte
2010er

Die zunehmende Einbindung externer Konstruktionsbüros macht es erforderlich, das CAD-System der Werft anderen Firmen zugänglich zu machen. Dies erfolgt durch den Aufbau einer Workstation-Farm von mehr als 200 PC, die über PcoIP-Hardware, der Software VMware View (später HORIZON) und mit externen Thinclients von diesen Firmen genutzt werden kann.

Die Server-Infrastruktur ist mittlerweile fast vollständig virtualisiert. Dabei kommen vor allem sogenannte Bladeserver der Fa. HP zum Einsatz.

2014

Die Übernahme durch Nordic Yards führt zu einer Integration der IT-Abteilungen aller drei Standorte und eine erneute Migration der Volkswerft-Netzes in die Nordic-Yards-Strukturen. Die meisten Volkswerft-spezifischen Anwendungen werden dabei durch die bei NY üblichen Anwendungen ersetzt.

2016-

2021

Die anspruchsvollen Schiffsprojekte des neuen Eigentümers Genting machen eine neue Qualität der Einbindung externer Firmen erforderlich. Es kommt zum Aufbau einer standort-übergreifenden Virtual-Desktop-Plattform auf Basis von Servern mit Multiuser-Grafik-Hardware und VMware-Software.

Die IT-Abteilung wird personell stark vergrößert und die Anzahl der IT-Projekte forciert. Es erfolgt eine Trennung zwischen Anwendungsbetreuung, Infrastrukturmanagement und User-Service. Dabei erfolgt der Einsatz eines Ticketsystems zur Nutzerbetreuung und einer Projektmanagement-Lösung zur Arbeitsorganisation der IT-Abteilung.

 

Die Standorte werden mit Gigabit-Leitungen verbunden, auch für die Arbeitsplätze sind 1 Gb/s Standard. Die sogenante Backbone-Verkabelung zwischen den Gebäuden eines Standortes basiert auf 10 Gb/s-Technik.

Durch externe Beraterfirmen werden erste Konzepte zum cloudbasierten IT-Betrieb entwickelt, die aber bis zur Insolvenz der Werftengruppe nicht umgesetzt werden.

2022

Mit der Insolvenz von MV-Werften und der Übernahme des Werftgeländes durch die Stadt Stralsund wird der Betrieb als Werft-Rechenzentrum eingestellt und die IT-Abteilung aufgelöst. Die in den letzten Jahren neu installierte Hardware wird zurück gebaut und an andere MV-Werften-Standorte gebracht.

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